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SPD Maulburg

Privatstationen auf dem Rücken von Kindern finanzieren

Pressemitteilungen

  1. Die Klinikleitung lässt offensichtlich Taten folgen, nachdem ihr zuletzt «der Kragen platzte» (BZ, 13.12.2019) und damals ankündigte "Es geht nicht, dass Kliniken Versorgungslücken mit eigenem Geld füllen". Man befürchtet Strafzahlungen auf die ohnehin zu befürchtenden Rechnungskürzungen durch die MDK Prüfungen. Da macht die Not vielleicht erfinderisch, wenn man jetzt eine Kinderstation im Eli schliesst und stattdessen mehr Wahlleistung anbietet, also Privatpatienten und Kinder gemischt versorgt. Natürlich braucht man auch Wahlleistung für die Gesamtfinanzierung, insbesondere von Investitionen. Das man nicht mehr mit bloßen Bettenkapazitäten plant und argumentieren kann stimmt im Grunde zwar, aber dass man mit vermeintlicher Interdisziplinarität da nachhaltige Planung vormacht ist genauso Blödsinn. «Man gaukelt den Menschen eine Notwendigkeit vor, die so überhaupt nicht besteht. Mit der SPD ist das nicht zu machen», sagt Paul Waßmer. «Man verkauft hier dem Bürger sogar ein X für ein U - „Interdisziplinär“ wird zur Nebelkerze für das, was billig und ökonomisch recht nur als Gemischtwarenladen aber nicht als innovatives Versorgungskonzept bezeichnet werden kann», so Daniel Dröschel. 

Man stelle sich mal vor wie schwer leidende Männer und Frauen mit urologischen Krankheiten auf Kinder wirken. Oder Frauen, die aufgrund schlechter Diagnosen Operationen ertragen müssen, die Ihnen die Gebärfähigkeit nimmt, wenn sie dann junge Mütter und Kinder um sich herum aushalten müssen. Fachlich ist das nicht nachvollziehbar, da allgemein bekannt ist das Kinder- und Jugendmedizin getrennt von Erwachsenen Medizin zu organisieren ist.

Natürlich steckt die Klinikleitung angesichts des notwendigen aber doch auch prestigeträchtig geplanten Zentralklinikums in der Bredouille, da wird es natürlich schnell eng um den Geldbeutel. Zudem ist bekannt - Kinderkliniken haben allgemein Probleme kostendeckend zu versorgen. Die Klinikleitung spart hier aber am falschen Ende und wälzt Fehler im Vergütungssystem auf die Patienten aber auch auf Fachpersonal ab. Das, dieses Vorgehen zwar schöne Ergebniszahlen macht aber negative Folgen auf die Versorgung hat, zeigt sich beispielsweise an den immer wieder berichteten verheerenden Zuständen in der Notfallambulanz im Haupthaus der Lörracher Kliniken.

Durch die Kinderärzte im Eli und der Niedergelassenen im Landkreis ist folgerichtig adressiert, die Klinikleitung schafft damit sogar noch ein weiteres Problem in dem selbst im Dezember beklagten Punkt: „Es fehlt fundamental an einem leistungsfähigen Nachsorge- und Pflegesystem“. Gerade in der Kindermedizin braucht es stationäre Kapazitäten, die ambulant so nicht erbracht werden können. «Ihren Unmut darüber hätten die Kinderärzte sogar noch deutlicher ausdrücken dürfen, unsere Solidarität haben sie jedenfalls» sagt Paul Waßmer. Wenn es also keine fachliche Begründung gibt, dann muss es eine ökonomische sein. Das benennt man auch schamlos so - ausgerechnet auf dem Rücken der Kinder, deren Eltern und der Gesundheitsfachkräfte (Ärzte und Pflegende) werden jetzt mehr Privatpatienten behandelt. Solche Versorgungsplanerische Kurzsicht sollte vielleicht auch mal bestraft werden, den das ist perfide Geschäftspraxis unter dem Dach des gemeinsinnorientierten kommunalen Trägers Landkreis Lörrach und sollte Rückgängig gemacht werden. 

Die SPD fordert daher den Landkreis auf, die Klinikleitung soll doch endlich mal öffentlich Rechenschaft ablegen bevor sie so etwas plant und aufzeigen wie sie das dann unter modernen, fachlich-planerischen Aspekten begründet, das man beispielsweise keine Stationen und Fachkräfte für Kinder braucht um optimale Med. Versorgung in der speziellen Gruppe zu machen - Kinder sind keine kleinen Erwachsenen! Zudem soll sie aufzeigen welche Deckungslücke sie durch Privatklinikangebote decken muss und wie man denn fachlich heutzutage plant, wenn richtiger weise nicht ausschliesslich mit Bettenkapazitäten.

Paul Waßmer, Kreisvorsitzender SPD Landkreis Lörrach

Daniel Dröschel, Vorsitzender der ASG Lörrach

 

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